„Wie lange muss das jetzt laufen?" ist die häufigste Frage, sobald die ersten Trocknungsgeräte stehen. Verständlich, denn jeder Tag Lärm und Strom kostet Nerven und Geld.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, dafür gibt es Anhaltswerte aus der Praxis. Wir gehen die drei häufigsten Trocknungsarten durch und sagen, was realistisch ist und woran das Ende der Trocknung wirklich hängt.
Wand, Estrich, Dämmschicht: drei Arten, drei Zeitrahmen
Die Dauer hängt entscheidend vom Aufbau ab, in den das Wasser eingedrungen ist. Faustwerte aus mehreren hundert Schadenfällen:
Bei Mischfällen, etwa Estrich plus Wand, gilt der längere Zeitrahmen. Geräte werden gestaffelt eingesetzt, eine bunte Mischung gleichzeitig läuft selten effizient.
Was die Dauer am stärksten beeinflusst
Neben dem Aufbau wirken vier Faktoren stark auf die Trocknungsdauer:
- Wie tief ist die Feuchte eingedrungen? Oberflächlich oder bis ins Mauerwerk?
- Welcher Baustoff? Beton trocknet anders als Holzbalkendecke oder Estrich auf Dämmschicht.
- Raumklima während der Trocknung: beheizte Räume trocknen deutlich schneller.
- Verfahren: Überdruck schiebt warme Luft durch die Dämmschicht, Unterdruck saugt feuchte Luft ab.
Was kostet der Strom?
Ein typischer Adsorptionstrockner zieht 1,5 bis 2 kWh, ein Kondensationstrockner etwas weniger. Bei einer Estrich-Trocknung über vier Wochen mit zwei Geräten und Ventilatoren landen Sie schnell bei 800 bis 1.500 kWh.
Ohne Versicherungsabwicklung lohnt es sich, vor der Trocknung beim Versorger anzurufen, ob ein günstiger Trocknungstarif möglich ist.
Wie wir messen und wann fertig ist
Die Trocknung ist fertig, wenn die Restfeuchte unter dem Sollwert liegt, nicht weil die Wand sich trocken anfühlt. Wir messen täglich mit Sensoren in Wand und Estrich, dokumentieren die Werte und entscheiden auf Basis des Protokolls.
Solange der Sollwert nicht erreicht ist, bleiben die Geräte stehen, auch wenn das einige Tage länger dauert. Wer zu früh abzieht, riskiert verstecktes Wasser im Aufbau und Schimmel als Folgeschaden.
Während der Trocknung wohnen bleiben?
In den meisten Fällen ja. Geräte sind laut (50 bis 60 dB), aber nicht so laut, dass das ganze Haus unbewohnbar wäre. Drei Faustregeln:
Schlafzimmer schwierig
Trockner direkt neben dem Bett ist auf Dauer zermürbend. Vorübergehend umziehen ist sinnvoll.
Wohnzimmer machbar
Mit etwas Lärmgewöhnung gut zu bewohnen. Türen zu, dann ist der Pegel im Nebenraum erträglich.
Bei Schimmel-Zelt: raus
Steht das Schutzzelt, wird der Raum komplett abgeschottet. Hier nicht mehr wohnen.
Versicherung zahlt Ausweich
Bei nicht bewohnbarem Raum übernimmt die Versicherung in der Regel die Ausweich-Unterkunft.
Fazit
Realistische Werte: Wand 1 bis 3 Wochen, Estrich 2 bis 6 Wochen, Dämmschicht je nach Aufbau auch länger. Den endgültigen Wert nennt das Trocknungsprotokoll, nicht die Bauchentscheidung. Wie wir messen und trocknen, zeigt unsere Seite zur Bautrocknung in Kassel. Bei einem Versicherungsschaden zahlt die Versicherung Geräte und Strom, wir übernehmen die komplette Wasserschadensanierung und rechnen direkt ab. Wer noch in der Schadenaufnahme steckt, schaut in Wasserschaden: Die ersten 3 Schritte.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Wand-Trocknung?
Eine Wand-Trocknung dauert je nach Schadenstiefe und Baustoff 1 bis 3 Wochen. Bei reiner Oberflächenfeuchte schneller, bei durchnässtem Innenputz länger.
Wie lange dauert eine Estrich-Trocknung?
Eine Estrich-Trocknung dauert in der Regel 2 bis 6 Wochen. Dämmschicht-Trocknung im Unterdruck-Verfahren kann je nach Aufbau auch 4 bis 8 Wochen brauchen.
Wer zahlt den Strom für die Trocknung?
Bei einem Versicherungsschaden zahlt die Versicherung den Strom auf Basis eines Zwischenzählers. Wir bauen den Zähler ein und rechnen direkt mit der Versicherung ab.
Sind die Trocknungsgeräte laut?
Ja, Adsorptions- und Kondensationstrockner laufen rund 50 bis 60 Dezibel. Die meisten Räume bleiben bewohnbar, ein Schlafzimmer ist während der Trocknung allerdings nicht ideal.
Wie weiß man, dass die Trocknung fertig ist?
Erst wenn die Restfeuchte unter dem Sollwert liegt, der je nach Baustoff vorgegeben ist. Wir messen täglich, dokumentieren im Protokoll und ziehen die Geräte erst dann ab.


